Daniela Baumann
Liedgestaltung

Liedgestaltung

Im Jahr 2019 haben die Pianistin Daniela Baumann und der Tenor Yves Ehrsam durch die gemeinsame Begeisterung für die Liedkunst zusammengefunden und konzertieren seither regelmässig als Liedduo.
Seit dem Debut-Konzert 2020 im Zimmermannhaus Brugg mit Schumanns Dichterliebe und Liedern von Fauré und Tosti, stand das Duo unter anderem im Rahmen eines Prélude-Konzerts mit Brittens Winter Words in der Kleinen Tonhalle Zürich auf der Bühne. Im Mai 2024 war es bei Liedrezital Zürich mit Werken von Schoeck, Poulenc, Brahms und Schumann zu erleben.


Das Duo studiert an der ZHdK, wo es im gemeinsamen Unterricht bei Prof. Christoph Berner das Liedrepertoire vertieft. Weitere wichtige musikalische Impulse erhält es durch Hans Adolfsen, Jens Fuhr, Sebastian Geyer und Richard Stokes.


Die Sopranistin Giulia Guarneri und die Pianistin Daniela Baumann standen im vergangenen Jahr gemeinsam mit Poulencs Métamorphoses auf der Bühne der Kleinen Tonhalle Zürich.

/Die Sopranistin Giulia Guarneri und die Pianistin Daniela Baumann lernen sich im Jahr 2020 im Rahmen des Liedkurses von Christoph Berner und Hans Adolfsen an der Zürcher Hochschule der Künste kennen. Sowohl musikalisch als auch menschlich ist es Liebe auf den ersten Ton.  

Nachdem die Musikerinnen mit grossem Interesse den zeitgenössischen Zyklus «Ophelia sings» (2012) des deutschen Komponisten Wolfgang Rihm erarbeiten, dürfen sie 2021 das Lied «Neve / Schnee» des aufstrebenden italienischen Komponisten Francesco Vitucci beim Kompositionswettbewerb «Junges Lied» von der Konzertreihe Liedrezital Zürich präsentieren, welches den Jurypreis ex aequo gewinnt.  

Ihre kammermusikalische Erfahrung erweitert sich 2024 mit Arnold Schönbergs «Pierrot Lunaire» im Rahmen des Masterprojekts der Flötistin Janine Allenspach, in Zusammenarbeit mit dem Klarinettisten Johan Sebastian Rubiano, der Bratschistin Jenny Joelson und dem Cellisten Friedwart Wolman.  

Einen Schwerpunkt setzen Giulia und Daniela auf das deutsche und französische Repertoire. Nach den „Sechs Gesänge“ Op. 107 von Robert Schumann zum Thema Ophelia und den „Mädchenblumen“ von Richard Strauss führen sie 2023 die «Quatre chansons de jeunesse» von Claude Debussy in der ZHdK auf. Wenig später werden sie eingeladen, den Zyklus « Métamorphoses » von Francis Poulenc in einem Prélude-Konzert der Tonhalle Zürich zu interpretieren.  

Diese Erfahrung prägt beide Performerinnen derart, dass sie sich entscheiden, ihr eigenes Duo nach dem Spitznamen des ersten Liedes aus diesem Zyklus „Reine des mouettes“, „Königin der Möwen“, zu nennen: So entsteht das Duo Reinette. Lustigerweise ist die Reinette (auch: Renette) eine Apfelsorte, welcher der Kulturapfel „Baumanns Renette“ angehört.  

Der Apfel steht bereits im Genesisbuch mit der Frau im schuldigen Zusammenhang. Hingegen trägt Aphrodite den goldenen Apfel mit Stolz als Symbol ihrer Schönheit und Fruchtbarkeit. 

Mal ausgebeutet, mal erlitten, ob besungen oder zum Feind gemacht, ob unterdrückt oder im Mittelpunkt, spielt die Rolle der Frau in jeder Zeit, Region und Epoche eine bestrittene Rolle. Durch ihre musikalische Arbeit erforschen Giulia und Daniela die Rolle der Frau in der Kunst, sowie ihre Wahrnehmung im Lauf der Stilpochen. Die Sicht ändert sich deutlich vom ultramodernen Schriftsteller der Renaissance William Shakespeare (1564-1616) bis zum fortschrittsfeindlichen Felix Ludwig Julius Dahn (1834-1912), der anerkannte Dichter der Mädchenblumen. Aber noch krasser wird der Wendepunkt durch die Gedichte der unbefangenen Schriftstellerin Louise de Vilmorin (1902-1969), Autorin der Métamorphoses.  

Das Kultur-und-Kunst Duo „Reinette“ ist offen für Fragen ethischen und literarischen Interesses, sowie für Aufträge für die Interpretation und Darstellung klassischer bis zeitgenössischer Musik.